Tag 89: Der an dem ich endlich wieder zuhause bin

Nach knapp 7 Stunden Flug, 3 Stunden Aufenthalt in Frankfurt und 3 ½ Stunden Zugfahrt bin ich endlich wieder zuhause. Mein Abenteuer AuPair in den USA ist also wirklich vorbei.
Eine Zusammenfassung mit allem was mir die letzten 3 Monate passiert ist, und wie ich alles so sehe schreibe ich wenn ich dazu Lust und vorallem Laune hab, jetzt einfach nur der letzte „Tagebucheintrag“ für AuPair in USA.

 

Eigentlich wäre ja die Zeit zum Fliegen ideal gewesen, Abends losfliegen und wenn man nach 7 Stunden wieder aufwacht ist man Frühs am Ziel. Also ich hatte wirklich vor zu schlafen.

Kurz vor dem Start hat uns der Pilot darauf hingewiesen, dass wir nach 3 ½ Stunden für ungefähr 1 Stunde durch Turbulenzen fliegen werden.

Wir sind dann wirklich durch Turbulenzen geflogen, länger als eine Stunde, und die waren heftiger als ich gedacht habe. Irgendwann bin ich aus meinem Halbschlaf aufgewacht, weil ich mir meinen Kopf an der Wand angehauen habe, das Mädel hinter mir meinte irgendwann so „Das ist schon ein bisschen heftig, oder?“ Dann hat es nicht mehr lange gedauert, bis eine Durchsage kam, dass man bitte nicht mehr aufstehen soll, auch nicht wenn man aufs Klo muss, und dass das Bordpersonal sich bitte anschnallen soll. Das ganze hat das zirka eine Stunde gedauert, dann ist es wieder abgeschwächt.

Um mich ein bisschen abzulenken hab ich mir „Eine ganz heiße Nummer“ angeschaut, war vielleicht nicht die beste Wahl neben einem orthodoxen Juden, aber ich hab einfach was deutsches gebraucht.

Frühstück war nicht ganz so toll, aber ansonsten war es wirklich in Ordnung, es war die billigste Airline und sie hatten trotzdem einen guten Service.

 

In Frankfurt sind wir dann früher angekommen als geplant, allerdings hat es ewig gedauert, bis ich endlich an meine Koffer gekommen bin. Dieses mal hab ich mir einen Gepäckwagen geschnappt, und bin mit meinen 2 riesigen Koffern durch den Zoll, ein Glück musste ich nix auspacken 😀

Und dann hab ich gewartet, 3 Stunden, die ersten paar gingen, ich hab mich mit einem Burger bei McDonalds wachgehalten. Der war richtig lecker, den gabs in den USA nicht, aber dafür hat mich niemand aufgerufen, als mein Essen fertig war, dabei bekam ich eine Wartenummer….

 

Mein ICE ist pünktlich gekommen und ich konnte es mir im Ruheabteil bequem machen, ich hab extra das Ruheabteil genommen, weil ich schlafen wollte. Ich hatte aber das Glück neben einer überforderten Mutter zu sitzen, die weder Lust hatte ihr Kind unter Kontrolle zu bringen noch es irgendwie geschafft hat. Markus konnte nämlich nicht still sitzen und ist das Abteil auf und abgerannt….. Bis er hingefallen ist…

 

In Nürnberg hab ich dann meinen Anschluss verpasst, also musste ich die S-Bahn nehmen, die 2 Minuten später gefahren ist. Und anders als in Amerika hat mir niemand geholfen meine Koffer in den Zug zu bekommen. Was für ein Willkommensgruß 😀

 

Und dann bin ich am Bahnhof angekommen, hab mich langsam Richtung Ausgang gemacht (war ja Endstation) und hab auf meine Familie und Freunde gewartet, die auf der anderen Seite des Bahnhofs standen 😀

Meine Begrüßung war sooooo schön, ich hab mich sehr darüber gefreut. Ich bin ganz arg gedrückt worden und es war einfach toll, ich bin so froh wieder hier zu sein, einfach nur weil ich weiß, dass ich so tolle Freunde und natürlich die beste Familie der Welt habe 🙂
Mein zweites erstes Essen in Deutschland war Döner, also nur falls es jemanden interessiert 😉

 

Und sitze ich wieder ganz glücklich zuhause, wo ich mich nicht in meinem Zimmer verkriechen muss, das meine Mama aufgreäumt hat :), und wo mich wohlfühle.

Tag 88: Der auf dem ich Goodbye sage

Jetzt sitze ich also im Flugzeug Richtung Heimat. Ganz realisiert habe ich es noch nicht, dass mein Abenteuer AuPair jetzt wirklich offiziell vorbei ist. Ich bin nur müde, und trotz der großen Film- und Musikauswahl kann ich nicht schlafen.

Mein letzer Morgen in den USA war eigentlich richtig schön, ich habe bei C gefrühstückt, die letzten Sachen gepackt (und ich schwöre, da hätte nichts mehr reingepasst!) und dann habe ich schon tschüss zu Red Bank/Middletown sagen müssen. Mein Zug ging um 12:16 vom Bahnhof in Middletown, wie immer kam mein Zug pünktlich und ein nettes älteres Ehepaar hat mir geholfen meine zwei schweren Koffer in den Zug zu bekommen.

Nach 1 ½ Stunden stand ich dann in der Penn-Station, eigentlich hatte ich vor noch ein letztes mal New Yorker Luft zu schnuppern und raus vor den Madison Square Graden zu gehen, aber meine Koffer haben mich zurück gehalten, ich konnte nicht einen Schritt mehr gehen als unbedingt notwendig. Und es waren zu viele Schritte notwendig.

Erstmal bin ich zum Amtrak Warteraum um dort mit meinen Eltern zu skypen, und rauszufinden, welchen Zug ich zum JFK nehmen muss. Ich hätte war mit der U-Bahn zur Jamaica Station fahren können, aber ich hab mich für den Zug entschieden.

 

Ich bin ein paar mal hin und her gelaufen, weil nämlich einer der beiden Aufzüge zur LIRR kaputt war, und zwar der, der ins Zentrum gegangen ist.

Langsam aber sicher sind meine Arme immer müder geworden, um 5 Uhr saß ich dann endlich im Zug zum Flughafen. Um 6 konnte ich dann endlich einchecken.

 

Der Schalter für Singapore war natürlich ganz hinten, und langsam aber sicher tat mir alles weh, die Koffer waren verdammt schwer. Am Schalter hat mich dann ein netter Mann begrüßt, dem ich mein Ticket gegeben habe, und der meine beiden Koffer gewogen hat.

Und beim wiegen hat sich mein Verdacht bestätigt, ich hatte Übergewicht, 5 Kilo. Er hat mich angeschaut, und meinte ich hätte zu viel dabei. Joa, das hab ich auch gesehen, weil die Waage nämlich aufgeleuchtet hat. Er hat mich dann gefragt, ob jemand mit mir am Flughafen wäre, da hab ich darauf gemeint nein. Er hat mich angeschaut und meinte es ist ok, ich soll die Koffer zum Band bringen.
Ich hab echt nochmal Glück gehabt, dass ich nichts nachzahlen musste.

 

Die Zeit bis zum Abflug hab ich mir dann noch mit Essen und durch die Geschäfte laufen vertrieben, und nach ein bisschen was über 2 Stunden bin ich dann in meinen Flieger nach Hause gestiegen 🙂

Tag 86: Der an dem ich die andere Seite Amerikas sehe

Heute war es dann soweit, ich bin ausgezogen und meine Rematch-Zeit ist vorbei, natürlich habe ich keine Anfrage mehr bekommen, was bedeutet, dass ich am Sonntagabend wieder zurück nach Deutschland muss.

Frühs hab ich grandioserweise verschlafen, so dass ich erst um 8 Uhr aufgewacht bin. Die Hälfte musste ja noch gepackt werden und ich wollte mich ja auch noch duschen. Ich hab es wirklich geschafft alles bis kurz nach 9 fertig zu bekommen, ein Glück hab ich mich gestern für den größeren Koffer entschieden, weil alles rein bekommen hab ich in den auch nicht, das muss ich im Laufe des Wochenendes umpacken. Mit einem komischen Gefühl bin ich dann aus „meinem“ Zimmer raus, hab mich umgeschaut und bin dann die Treppe runter, W hat mir geholfen die Koffer ins Auto zu packen, und wir haben uns verabschiedet. Die Mädels hab ich leider nicht mehr gesehen, weil ich ja verschlafen habe. Ich habe die Haustür hinter mir zugemacht, nur das Gefühl, dass ich irgendwas wichtiges vergessen habe ist nicht weggegangen.

 

Bevor wir zu C ins Haus sind, musste ich ihr helfen die Häuser zu besichtigen. Es ist komisch in Häuser zu gehen, die der Bank gehören, entweder ist jemand gestorben, und die Bank behält die Häuser, oder die Leute haben so viele Schulden, dass die Bank sie enteignet hat. Das erste Haus war in einer Altensiedlung, die Frau der das gehörte ist gestorben, trotzdem war im Eingang noch Post gelegen, aber ansonsten war das Haus ziemlich leer, ein paar ihrer Möbel und persönlicher Sachen waren noch im Haus, das waren die Sachen, die die Erben nicht gebrauchen konnten.
Das 2. war nicht ganz so ordenlich, es war in der gleichen Siedlung, nur hat es einem Messy gehört, auch hier war die Besitzerin gestorben, komischerweise waren die Fenster und die Türe offen, also haben wir vorsichtig reingeschaut, es war aber niemand drinnen, die Tür war offen, weil sie unglaublich verzogen war. Wer weiß wie lange das Haus schon leer steht.

Das 3. war ein Apartment, schon fein säuberlich ausgeräumt, hier ist mir das erstemal der knall rote Sticker an der Tür aufgefallen, „Caution: Winterized Date: MM/JJ“, das bedeutet, dass in den Wasserleitungen irgendwelche Chemikalien eingelassen wurden, damit die Leitungen nicht im Winter kaputt gehen. Vor jedem Wasserhahn ist ein roter Sticker angebracht, und das Klo ist mit roten Bändern zugeklebt. Winterized wurde das Haus vor 2 Jahren, in der Küche hing ein Kalender von 2009. Dieses Apartment steht seit 4 Jahren leer. Das ist schon irgendwie verrückt, manche Häuser und Wohnungen dürfen anscheinend nicht weiterverkauft werden, deshalb verfallen die halt, schon krass irgendwie. Das ist doch auch gruslig, wenn du weißt in dem Haus neben dran wohnt keiner mehr und es wird verfallen.

Haus Nummer 4 werde ich wohl nicht mehr vergessen. Auch das wurde 2009 verlassen, aber nicht weil die Leute gestorben sind, sondern weil sie aus ihrem eigenen Haus geworfen wurden. Wir mussten durch die Hintertüre rein, und man hat gesehen, das der Garten wohl mal wunderschön angelegt war, und dann sind wir rein gegangen. Auf dem Boden lagen die Familienfotos, sortiert entweder in Bilderrahmen oder in Fotoalben, teilweise Spielzeug verteilt, Konservendosen in der Küche. Die Familie hatte sich wohl mal malen lassen, man hat so viel gesehen, alles war verstaubt, ein bisschen verwüstet, weil sie anscheinend versucht haben das wichtigste mit zu nehmen. Sobald die Bank mit dem Sheriff vor der Türe steht, müssen die Leute sofort raus, und haben keine Zeit mehr ihre Sachen zu packen. Was ich aber nicht ganz verstehe ist, dass die Leute ihre Sachen nicht vorher gepackt haben, sie wussten, dass sie irgendwann ihr Haus verlassen mussten. Oder selbst wenn sie das nicht gemacht haben, nur weil sie keinen Schlüssel mehr für ihr Haus haben, heißt das ja nicht, dass sie nicht reinkommen, wenn da so viele persönliche Sachen noch drinnen sind, ich würde sie mir raus holen.

 

Irgendwann sind wir durch Keansburg gefahren, dort wo die nicht so reichen wohnen, dort wo sich viele Leute es sich nicht leisten können ihre Häuser nach Sandy wieder aufzubauen. Wir sind durch 2 Straßen gefahren, die verlassen waren. Die waren ziemlich nah am Strand, auf fast jedem das blaue Kreuz, betreten verboten: Einsturzgefahr. Es war so traurig das zu sehen, die Leute haben zwar eine Versicherung auf ihr Haus abgeschlossen, aber die Versicherungen zahlen die Reparaturen nicht im Voraus, erst wenn der Schaden beseitigt wurde, wird das Geld dafür an die Banken ausbezahlt. Viele können es sich halt nicht leisten ihr Haus wieder komplett von neu aufzubauen.

Die Bilder haben die Atmosphäre leider nicht ganz so eingefangen. Trotzdem hab ich ein paar gemacht.

 

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Zwischen den Häusern haben wir natürlich auch mal Mittagspause gemacht und wir waren an einer Fischerrei, bei der es fangfrischen Fisch gab. Das war super lecker, wir hatten Crabcake und Kalamaris. Und das beste daran war: Wir waren am Meer!!! Endlich hab ich das Meer gesehen und an einer Seite des Horizonts konnte man die Skyline Manhattans gesehen. Es war wunderschönes Wetter, anscheinend wird es jetzt Frühling, schade dass ich das nicht mehr sehen werde, zumindest dieses Jahr nicht.

 

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Am späten Nachmittag sind wir dann zu C’s Haus gefahren, die Lieben lassen mich nämlich bis Sonntag bei ihnen Schlafen. Wir hatten lecker Abendessen und dannach haben wir eigentlich nicht mehr viel gemacht, eigentlich wollten wir noch nen Film schauen, aber es war zu spät und ich selber war auch recht müde. Morgen ist auch noch ein Tag 🙂

Tag 85: Der letzte Arbeitstag

Aus und vorbei, mein letzter Arbeitstag als AuPair ist rum, und ich bin froh zu gehen. Wie erwartet habe ich keine Anfrage mehr bekommen, und morgen matchen ist dann einfach unmöglich.
Der Morgen war so wie immer, L ist unaustehlich gewesen, aber ich wusste, das es das letzte mal war, dass ich es über mich hab ergehen lassen haben müssen. Ich habe den Mädels geholfen ihre Willkommensschilder für J zu machen, L hat mich dann gefragt, ob mich meine Familie und Freunde denn in Deutschland begrüßen werden und auch was für mich vorbereiten.

Und dann kam das grusligste überhaupt was sie je gemacht hat,
sie hat zwei Bilder vor mich hingelegt, und ohne Witz ich habe so sehr Angst davor bekommen. Wenn ich nicht so oder so morgen gehen würde, dann hätte ich jetzt meine Sachen gepackt und wäre auf der Stelle gegangen. So schlaf ich jetzt mit einem zugesperrten Zimmer, weil Angst.

 

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Die Bilder sind schon creepy, oder?

Ich war mit Samanta ein letztes mal in der Mall, um mir einen Koffer zu kaufen, weil der, den ich mitgebracht habe, einfach nicht reicht. Ich habe jetzt noch einen zweiten Koffer der gleichen Größe gekauft, und ich frag mich immer noch, wie ich alles nach Deutschland bringen soll. Gut der zweite ist auch nicht gut gepackt, weil ich sehr spät angefangen habe, und ich konnte auch nicht laut sein, oder mich viel im Zimmer bewegen, weil die Dielen ziemlich laut knarren.
Ich hab zu viele Kuscheltiere gekauft, zu viele Große.

 

Samanta hat mich zu Nicky gefahren um die Bücher zu holen, die ich schon ewig wieder haben möchte, dann sind wir weiter zu Mall, wo wir erst mal uns was im Food Court gekauft haben, ich hatte Corn Dogs, so was werde ich in Deutschland echt vermissen, also Corn Dogs, weil die hab ich bei uns noch nie gesehen.

Weiter gings zu JCPenny, um nach einem Koffer zu sehen, aber die waren alle viel zu teuer, $70 wollte ich nicht ausgeben. Dafür hab ich mir aber gift-grüne Shorts gekauft ^.^
Boscov’s hatte zum Glück Ausverkauf und ich habe dort mir einen einigermaßen billigen gekauft. Außerdem hab ich ein Mitbringsel gekauft.
Wir sind dann schnell weiter zu Aldi gefahren, weil deutsche Woche ist, aber es war schon so gut wie alles weg. Für mich wars ja egal, ich hab ja ab Montag wieder alles deutsche, das ich vermisst habe, aber Samanta muss noch 4 Monate warten 😦

 

Am Abend waren wir wie jeden Donnerstag beim Turnen, und das war das erste mal, das ich gar nicht so froh drüber war, weil ich nämlich ganz schön hinterher mit Wäsche machen und Packen war. Wenigstens hab ich den Großteil geschafft, und den Rest werde ich morgen früh auch noch schaffen 🙂

Tag 84: Der an dem ich mein Ticket buche

Heute war mein vorletzter Arbeitstag und die Sonne hat richtig schön geschienen. Also Super Wetter, weshalb ich auch ziemlich gute Laune hatte.

Auch wenn ich noch 2 Tage habe, um zu Matchen, musste ich heute meinen Flug Buchen, der geht am Sonntag Abend um kurz vor 9 und Landet in Frankfurt um halb 11. Von dort aus werde ich mit dem Zug Heim fahren.
Auch wenn ich glaub dass ich es nicht brauche hab ich den teureren Flugtarif genommen, falls ich stornieren muss, damit ich nicht auf den kosten sitzen bleibe.
Von Frankfurt aus Fahr ich dann mit dem ICE nach Nürnberg, wo ich den Zug wechseln werde.
Ich hab mir sogar den Luxus gegönnt und mir einen Sitzplatz reserviert. Also muss ich keine 2 Stunden lang stehen 😉 Bei meinem Glück wird dann wahrscheinlich irgendwas mit dem Zug sein, kaputte Heizung oder so 😉
Was soll ich sagen, das Hoffen der letzten Tage ist vorbei und auch wenn ich noch 2 Tage übrig habe, ist mein Kopf schon wieder Zuhause. Realistisch gesehen werde ich kaum noch eine Familie finden, 36 Stunden um sich so kennen zu lernen um zu Matchen sind wahrscheinlich zu knapp. Und selbst wenn ich noch eine Familie finde, ich muss am Samstag dort das arbeiten anfangen.
Ich versuche die letzten 4 Tage noch zu genießen, wenigstens das lasse ich mir nicht von meiner Gastfamilie vermiesen. Ich würde ja gerne jetzt schon anfangen einen Rückblick auf die letzten Monate zu schreiben, aber noch bin ich in den Staaten und in 4 Tagen kann noch eine ganze Menge passieren.
Oh ja, fast hätte ich es vergessen, J ist heute früh nach Irland geflogen, also habe ich sie das letzte mal gesehen. Verabschiedet haben wir uns nicht, ich hab nicht mal mitbekommen, dass sie gegangen ist. Schade weil ich hätte gerne zu ihr Good-Bye gesagt.

Tag 83: Der an dem die Zeit knapp wird

3 Tage hab ich noch Zeit, es sollte also noch möglich sein eine Familie zu finden. So sehr ich in der ersten Woche gezweifelt hab, ob ich hier bleiben möchte, so sehr möchte ich jetzt bleiben. Bereuen tu ich es nicht, dass es mit den ersten 4 Familien nicht geklappt hat, es hätte von den Rahmenbedingungen dort nicht gepasst. Nur bei dem 5. Vorschlag, da war ich enttäuscht dass es nicht geklappt hat. Auf die Mail an SF bezüglich der Absage hab ich bis jetzt keine Antwort bekommen. Auch wenn zwei Leute mir helfen sollten eine Familie zu finden, ich fühle mich nicht so, als würden sie sich um mich kümmern.

Heute war wieder Schule, back to normal sozusagen. Mit L wird es immer schlimmer und ich bin froh, dass ich nur noch bis Donnerstagabend arbeiten muss, wirklich unterstütz werde ich natürlich nicht mehr. Also haben die Kinder mehr oder weniger narrenfreiheit, meine Strafen werden komplett ignoriert. Aber es ist bald vorbei und ich versuche wenigstens mit M noch eine schöne zeit zu verbringen.
Am Abend wurde von L entschieden, dass sie nicht mehr mit mir spielen, was mir ganz recht kam, weil ich so Zeit hatte mein Buch weiter zu lesen, und ich mich nicht sehr anstrengen musste die Mädels zu unterhalten, meine gute Laune die ich seit heute Morgen habe, hat sie ganz schön genervt, also so wie am Anfang. Am Anfang war ich motivierter, ich hab viel gelächelt, versucht beide zum lachen zu animieren, was L wirklich wütend gemacht, meine Gasteltern haben es nicht wirklich wahrgenommen, dass ich versucht hab eine bessere Stimmung zu „machen“, die haben mich komisch angeschaut. Aber jetzt, das mein Abschied so nah ist, kann ich alles an mir abprallen lassen.
Am Abend habe ich mich mit Helena, sie ist übrigens am gleichen tag wie ich angekommen, bei Starbucks getroffen, wir haben schon länger versucht uns zu treffen, weil sie neu in red Bank ist. War ganz lustig, wir haben uns gut unterhalten, schade dass sie erst jetzt hier her gekommen ist. Sie war auch im Rematch, und meinte das dort wo sie vorher war auch das 7 jährige Mädchen immer ausgerastet ist. Muss wohl ein bisschen weiter verbreitet sein, unter den Kindern hier, zumindest bei den Familie die ein AuPair haben.
Ich hab eine Mail bekommen, morgen soll ich meinen Rückflug Buchen und die Buchungsbestätigung per Mail an meine AD schicken.

Tag 82: Der an dem keine Schule war

Heute hatten die Mädels schulfrei, das hieß für mich länger arbeiten. Aber der Tag ist eigentlich recht schnell vorbei gegangen.

Um 8 Uhr musste ich anfangen, als ich runter kam waren beide schon wach.
Wir haben dann gemeinsam gefrühstückt und während ich sie Küche aufgeräumt habe, haben beide mit ihren Puppen gespielt.
Irgendwann waren wir dann wieder im Keller und haben Zeitung gespielt, aber ich wurde gefeuert, weil ich mich erdreistet hab mich am Sofa anzulehen beim schreiben.
Um Mittag rum gab es Mini Sandwiches von L, eigentlich wollten wir zu Subway, aber L wollte Mittagessen machen und wenn L was will, zählt Ms Wille nicht mehr. Die Arme hat total Angst vor ihrer Schwester.
Um Halb 12 sind wir zu einem Arzttermin von L der eine Stunde gedauert hat. Danach hat es nicht mehr lange gedauert und beide sind von der Mama ihrer Freunde zu einem Playdate abgeholt worden. Also hatte ich 2 Stunden Pause, in denen ich erstmal tanken war, was schon lange überfällig war, und dann hab ich mit Twess geskyped, lange. Endlich konnte ich ihr meine neue. Klamotten präsentieren 😉
Als die Mädels zurück waren haben wir wieder gespielt, dann hab ich essen gemacht und dann kam W ziemlich früh nach Hause, der dann übernommen hat.
Nach ein bisschen aufräumen und ordnen hab ich mich dann mich Richtung Starbucks begeben, wo ich mit einem Kaffee und einem Buch ein paar Stunden verbracht habe, bis sie zu gemacht haben und ich gehen müsste 🙂